Hedging
Finanzmanagement
Lufthansa verfolgt eine grundsätzlich konservative Ausrichtung bei dem Management von Finanz- und Rohstoffrisiken. Dies spiegelt sich in systematischen Sicherungsmethodiken wider, die neben der Risikominimierung primär die Reduzierung der Ergebnisvolatilität zum Ziel haben.
Devisenmanagement
Der Lufthansa Konzern ist als international tätiger Luftverkehrskonzern Währungsrisiken ausgesetzt. Währungskursschwankungen zwischen Euro und anderen Währungen stellen ein wesentliches Preisrisiko für den Lufthansa Konzern dar. Die Unternehmenspolitik von Lufthansa ist es, diese Risiken unter anderem durch ein systematisches Finanzmanagement, das den Einsatz geeigneter Management- und Kontrollsysteme zur Messung, Steuerung und Überwachung der Risiken umfasst, zu begrenzen.
Währungsrisiken aus dem geplanten operativen Exposure werden über einen Zeitraum von 24 Monaten mittels Termingeschäften schrittweise gesichert. Dabei liegt der durchschnittliche Sicherungsgrad bei 50 Prozent. Währungsrisiken aus Flugzeuginvestitionen werden zu 50 Prozent bei Vertragsabschluss gesichert. In den letzten 24 Monaten vor Zahlungsausgang wird der Sicherungsgrad halbjährlich um 10 Prozentpunkte erhöht.
Zinsmanagement
Die Finanzverbindlichkeiten von Lufthansa sind zu 85% variabel und zu 15% fest verzinslich. Diese Aufteilung hat sich nach ausführlicher Analyse als für Lufthansa unter Kosten- und Risikoaspekten optimal erwiesen. Der Zinsaufwand wird langfristig minimiert und die Ergebnisvolatilität reduziert.
Treibstoffmanagement
Treibstoffpreissicherung
Der jährliche Treibstoffverbrauch des Lufthansa Konzerns lag im Geschäftsjahr 2009 bei etwa 8 Millionen Tonnen Kerosin. Er stellt aktuell mit rund 14,7 Prozent der betrieblichen Aufwendungen für den Lufthansa Konzern einen wesentlichen Kostenfaktor dar. Starke Veränderungen der Treibstoffpreise können somit das betriebliche Ergebnis erheblich beeinflussen. Lufthansa setzt deswegen eine regelbasierte Treibstoffpreissicherung mit einem Zeithorizont von bis zu 24 Monaten ein. Ziel ist es, die Schwankungen der Treibstoffpreise zu verringern. Sicherungsgrad und Zeithorizont sind abhängig von dem Risikoprofil, das sich aus dem Geschäftsmodell der jeweiligen Konzerngesellschaft ergibt.
Dabei bedient sich Lufthansa der üblichen Marktinstrumente. Lufthansa sichert Treibstoffpreisrisiken mit einem Vorlauf von bis zu 24 Monaten überwiegend durch Optionstrukturen. Die Sicherungen erfolgen mehrheitlich in Rohöl. Den Sicherungsgeschäften liegt also eine feste Regel zugrunde, sie bilden damit einen Durchschnittskurs der Rohölpreise ab. Die monatlich gesicherten Mengen resultieren je nach Konzerngesellschaft in einem Sicherungsgrad von bis zu 85 Prozent. Die auf einen Zeitpunkt folgenden sechs Monate sind z.B. für die Lufthansa Passage bis zu 85 Prozent gesichert.
Als ergänzende Maßnahme zur Risikoreduktion hat sich der Treibstoffzuschlag im Markt etabliert. Es ist jedoch ungewiss, in welchem Umfang sich der Zuschlag je nach Entwicklung der Treibstoffpreise und des konjunkturellen Umfeldes durchsetzen lässt.
Folgende Grafik stellt den Treibstoffaufwand nach Hedging unter Annahme verschiedener Ölpreisszenarien dar.
Ölpreisszenario Lufthansa Konzern
Stand 1. Februar 2011

| 16.05.2012, 17:35 MEZ |
| LHA.XE: 8,69 EUR (-0,11 %) |
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